Drachensaat

Gedankengut, das Zwietracht sät oder anderen Schaden anrichtet!

Zur Ausbreitung des CoronaVirus hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer Sonnabend-Ausgabe vom 02.01.2021 interessante Angaben gemacht. Schon ab Anfang Januar  vorigen Jahres sei US-Präsident Trump in den täglichen Geheimdienstbriefings vor dem Virus gewarnt worden. Bereits in dieser ersten Januarwoche habe der Leiter der amerikanischen Seuchenschutzbehörde seinem chinesischen Amtskollegen Gao Fu Unterstützung angeboten, und am 8. Januar  habe dieser„unter Tränen zugegeben“, dass die Situation in Wuhan bedrohlicher sei als offiziell dargestellt.

Dass es weitere zwei Wochen dauerte, ehe China energische Gegenmaßnahmen ergriff ,wird autoritären Reflexen in Peking zur Last gelegt. Dass auch die amerikanische Regierung den Ernst der Lage verkannte, sei DonaldTrump vorzuwerfen.

Ursächlich für die Ausbreitung des Covid19 sollen letztlich diese zwei Staatspräsidenten sein: Donald Trump und Xijnping. Zwei Autokraten mit Fehlreaktionen.

Wie konnte es dazu kommen? Präsident Trump traute seinem eigenen Geheimdienst nicht, weil dieser immer wieder sogenannte Erkenntnisse an Medien wie die Washington Post durchstach, die offen  (wie auch die NewYork Times und der Sender CNN)  für eine Abwahl Trumps warben. Die demokratische Partei  strebte einen Regimewechsel in Washington noch vor den Wahlen an,  ein Amtsenthebungsverfahren war in Gang gesetzt.  

Trump wiederum wollte einen günstigen Abschluss der Verhandlungen über einen Handelsvertrag mit China, um seine Wiederwahl zu sichern.

Bedroht musste auch Peking sich fühlen. Anarchisten sollten Hongkong dem Gesamtstaat entfremden und diesen schwächen. In den Opiumkriegen war es gelungen. Nun sollte Propaganda das Opium fürs Volk sein. In diesem Umfeld konnte Peking auf eine Katastrophenmeldung, die vom chinesischen Verantwortlichen bei der Seuchenschutzbehörde der USA„unter Tränen“  deponiert worden war, nur mit Argwohn reagieren.

Der Bericht, aus dem ich zitiere, ist gezeichnet von Friederike Böge.Sie veröffentlicht beinahe täglich Berichte gegen China. Der Pekinger Regierung hat sie in dem halben Jahr, seit ich die FAZ regelmäßig lese, noch nie anderes gewidmet als Schmähungen und herabwürdigende Unterstellungen: Propaganda.

Propaganda ist die systematische Verbreitung politischer, weltanschaulicher o.ä. Ideen und Meinungen mit dem Ziel, das allgemeine Bewusstsein in bestimmter Weise zu beeinflussen.

Sie hat in der Politik einen Namen: Demagogie. Volksverführung, Volksaufwiegelung, politische Hetze – harmloser wäre Stimmungsmache, gefährlicher Indoktrination, das ist die Beeinflussung von Einzelnen oder ganzen Gruppen der Gesellschaft im Hinblick auf die Bildung einer bestimmten Meinung oder Einstellung.

Journalismus steht dazu im Gegensatz. Abgeleitet von französisch „Journal“ bezeichnet man so die Arbeit von Journalisten bei der Presse, in Online-Medien oder im Rundfunk mit dem Ziel, die Öffentlichkeit mit gesellschaftlich relevanten Informationen zu versorgen.

In der folgenden Sonntagsausgabe (03.01.2021) steht wieder eine ganzseitige Polemik der antichinesischen Propagandistin gegen das Bemühen Chinas, über die Vereinten Nationen Einfluss zu gewinnen. Zitat als Kostprobe: „Dazu zählen auch Blauhelmmissionen, für die China mit 2500 Soldaten mehr Kräfte stellt als alle übrigen vier Vetomächte der Vereinten Nationen zusammen. In Südsudan stellt das Land nun erstmals einen stellvertretenden Kommandeur der dortigen Blauhelmtruppen.“ Blau behelmte Soldaten im Auftrag der Vereinten Nationen haben friedenerhaltende Aufgaben. Weitere Beispiele führe ich nicht auf, sie können nachgelesen werden in FAZ und in den Sonntagsausgaben FAS.


Der Krieg hat begonnen!

Als das Habsburger Kaiserreich sich von Serbien in seiner Existenz bedroht fühlte, stellte es den Serben ein Ultimatum, das diese nicht annehmen konnten. Wien fragte beim verbündeten Berlin an, was die Deutschen im Fall einer gewaltsamen Auseinandersetzung tun würden. Der deutsche Kaiser gab Handlungsvollmacht und sicherte den Österreichern Beistand in jedem Fall zu, sprach von Bündnistreue. Man war in Berlin überzeugt, dass die Serben um eine Kapitulation nicht herumkommen würden, sei waren umsoviel schwächer. Doch Russland sicherte den Serben Unterstützung im Kriegsfall zu. Bündnisverträge wurden ausgelöst. Ein Weltkrieg begann. Israel stellt dem Iran, von dem es sich in seiner Existenz bedroht fühlt, ein unannehmbares Ultimatum nach dem anderen. Israel fühlt sich durch Beistandsgarantien auch wieder von seiten Berlins abgesichert. Zusätzlich durch die USA beschützt, wird der Iran für wehrlos gehalten. Allerdings haben auch wieder Russland und vor allem China ihr Interesse am Iran erklärt und bereits gemeinsame militärische Manöver im vorgelagerten Golf durchgeführt. Die Warnung wird in Israel ignoriert. Die Machtverhältnisse sind klar. Iran muss kapitulieren – wie Serbien vor hundert Jahren. Tertium datur – Es gibt ein Drittes – ist der Titel der ersten nach Tonbandprotokollen veröffentlichten Vorlesung des Berliner Professors Klaus Heinrich – am 25.11.2020 meldete die FAZ seinen Hinschied.

 Gegen alle Chancen,um jeden Preis!

Gegen alle Chancen, zu jedem Preis! Vor 70 Jahren hat die chinesische Volksbefreiungsarmee die amerikanischen Streitkräfte von der chinesischen Staatsgrenze zurück auf den 37. Breitengrad gedrängt. Das war ein beinahe tollkühnes Unternehmen, denn die verbündete Sowjetarmee stand in Europa und die US Army war materiell weit überlegen. Zwei chinesische Kommandeure haben sich denn auch geweigert, ihre Truppen gegen die Amerikaner zu führen – das habe ich in dem Band Weltordnung von Henry Kissinger gelesen. Mao Tse Tung befragte Chu En Lai. Der sagte, US-Truppen direkt an unserer Staatsgrenze – das würde bedeuten, dass wir erpressbar wären. So blieb es bei dem Befehl. Bekanntlich war das Unternehmen erfolgreich. Daran hat Xi Jinping zum kürzlichen Jahrestag der Aktion erinnert und erklärt: Die Erinnerung an unsere gefallenen Helden gebietet es, dass wir auch heute jederzeit bereit sind, unsere Staatsgrenzen zu verteidigen, und zwar „against all odds and at any price“ (ich bekomme China Global News auf englisch). Das ist eine gewaltige Ansage. Sie gewinnt an Gewicht, wenn wir bedenken, dass Wladimir Putin vor kurzem sagte, er könne sich eine strategische Partnerschaft der Russischen Föderation mit der Volksrepublik gut vorstellen. In unseren Medien ist das Thema nicht aufgegriffen worden, und so habe ich mich gefragt, ob unsere Leitmedien vergessen haben, Tatsachen zu diskutieren, anstatt Gesinnungstreue anzumahnen, wie üblich.


Wer sich fügen muss!

Beim Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 dürfen wir dem deutschen Generalstab die üblichen strategischen Überlegungen unterstellen. Dokumentiert sind diese: Sobald die Sowjetunion unter deutscher Kontrolle ist, kann England von dort keine Unterstützung mehr erwarten. England allein aber kann unserer Militärmacht nicht standhalten. Sobald die Insel als nicht versenkbarer Flugzeugträger erobert ist, können wir den gesamten Atlantik kontrollieren, die USA bedrohen und seine Häfen an der Ostküste besetzen. Damit wären die Kraftquellen der USA blockiert und sogar in unserer Hand. Der deutschen Herrschaft über den Raum zwischen Ural und Atlantik könnte niemand sich widersetzen. – Das alles ist als Plan tatsächlich erwogen, durchgerechnet und vorbereitet worden. Achtzig Jahre danach drängt sich auf: China wäre im Falle eines militärischen Angriffs der US-Kräfte so gravierend unterlegen, dass es ohne strategische Partnerschaft mit Russland und dessen nuklearem Potential wehrlos unter westliche Kontrolle fiele. Russlands Nuklearmacht muss daher ausgeschaltet werden, bevor China besiegt werden kann. Daraus folgt, dass wir in Russland eine von uns kontrollierte Regierung an die Macht bringen müssen. Wir setzen die NATO auf postsowjetische Räume an und sichern uns die Kontrolle zunächst über die Ukraine und Belarus. Gleichzeitig bereiten wir die Öffentlichkeit propagandistisch auf die Invasion vor, die notwendig werden könnte und für die wir seit Jahren Streitkräfte aufstellen. Sobald Russland uns gehört, dürfen wir China als isoliert betrachten. Der unipolaren Weltherrschaft steht nichts mehr im Wege. Europas Staaten, ob vereint oder vereinzelt, werden sich fügen - müssen.



Johnny und sein Hut - oder war es der Mantel?

Russlands Top-Agent hat wieder zugeschlagen. Er kennt keine Furcht, er kennt keine Angst, er kennt keine Filme. Wir wollen ihn Johnny Putin nennen. In England vergiftet er rechtzeitig zur Fussballweltmeisterschaft die Skripals, damit seine Gegner einen guten Grund haben, das weltweit beachtete Spektakel zu boykottieren oder wenigstens – ich erinnere mich an meine Zeitungen – zu schmähen. Und jetzt, kurz vor den Regionalwahlen, vergiftet der Meisterspion des Kreml einen im Westen hochgeschätzten Oppositionellen. Ein Fall für Mr. Bean! Kein Gegner ist ihm gewachsen, keine Frau kann ihm widerstehen! Und jetzt die gute Nachricht: Bei den Regionalwahlen haben sich Oppositionelle abgesprochen, alle Rivalitäten untereinander hintan zu stellen und sich in jedem Stimmbezirk auf den Kandidaten zu einigen, der gegen das „Einige Russland“ die besten Chancen hat. Smart voting! Welch schlaue Idee der Gegenspionage! Oder vielleicht Johnny Putins eigener Versuch, wieder einmal James Bond zu spielen, nur landet der Hut nicht auf dem Kleiderhaken bei Miss Moneypenny, sondern fliegt aus dem Fenster. Ach, Johnny!